ÖJH - Band 87 (2018)

Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien

ÖJH - BAND 87 (2018)

Hrsg.: Österreichisches Archäologisches Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien

ET: 08/2019 (lieferbar ab 22.08.2019)

ca. 400 Seiten | 21 x 29,7 cm
Hardcover | EUR 135,00
ISBN: 978-3-903207-33-2
ISSN: 0078-3579 | ET: 08/2019 

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Die urbanistische Organisation von Lousoi in Arkadien (Peloponnes) während hellenistischer Zeit steht im Mittelpunkt aktueller Feldforschungen des ÖAI. Die neuesten Ergebnisse dieser Untersuchungen zu der Stadt, die anders als andere hellenistische Zentren den naturräumlichen Gegebenheiten folgte, werden in einem umfangreichen Beitrag vorgestellt.

Der Hemmaberg im südlichen Kärnten ist einer der bedeutendsten spätantiken Siedlungsplätze des Ostalpenraumes, nicht zuletzt wegen des frühchristlichen Pilgerheiligtums, das sich dort im 5. und 6. Jahrhundert etablierte. Bislang wenig Beachtung wurde jedoch dem zu der Siedlung gehörigen Gräberfeld geschenkt – ein Forschungsdesiderat, dem mit neuen Feldforschungen des ÖAI seit 2017 nachgekommen wird.

Hellenistische Keramik aus den Grabungen der Universität Izmir im Theater von Nikaia wird hier erstmals vorgestellt. Im Material sind alle üblichen Formen vertreten, wobei anhand der Lampen und Amphoren besonders enge Beziehungen zu Pergamon und Rhodos abgelesen werden können.

Die ausgedehnten Stadtquartiere von Syene und Elephantine in Oberägpyten, die von hellenistischer bis in spätantike Zeit benutzt wurden, sind archäologisch gut erforscht. Ein schweizerisch-österreichisches Projekt beschäftigte sich jedoch nicht nur mit der Archäologie einzelner Häuser, sondern auch mit den entsprechenden Schriftquellen. 14 Kaufverträge aus dem bekannten Patermouthis-Archiv werden in Kombination mit den materiellen Hinterlassenschaften diskutiert.

Aus der südwestlichen Nekropole der norischen Provinzhauptstadt Virunum (Zollfeld, Kärnten) werden drei Grabbezirke vorgestellt, ihr Befund und ihre Funde ausführlich dargelegt. Leichenbrand und Skelettmaterial wurden anthropologisch untersucht, in der Gesamtbeurteilung der Befunde und Funde eine enge zeitliche Datierung und eine Einbettung in einen kulturhistorischen Rahmen erreicht.

Im westsizilischen Hinterland forscht die Universität Innsbruck zu Kultbezirk und Siedlung auf dem Monte Iato, speziell zu einem Quartier in Umgebung des Aphroditetempels und der spätarchaischen Häuser. Neben einer detaillierten Befundbeschreibung der letzten Grabungen werden auch konsumarchäologische Betrachtungen der Kultstätte angestellt.

Eine neue Interpretation für die Platten 49 und 50 des Telephosfrieses vom Pergamonaltar widerspricht der traditionell als Errichtung eines Altars im Rahmen einer Kulturgründung beurteilten Darstellung. Vielmehr wird eine Opferszene mit Divination in Anwesenheit von Kultpersonal und einer Göttin zur Diskussion gestellt.

Ebenfalls mit Lousoi beschäftigt sich der Beitrag der langjährigen Grabungsleiterin. Votivstatuetten von Tieren, die die Besucher der Göttin Artemis darbrachten, erklärt sie mit einer speziellen Übergangsphase in der Erziehung der Jugendlichen, die diese in der Einsamkeit des Heiligtums verbringen mussten.

Ausgrabungen des ÖAI im befestigten Hisn al-Bab, an der antiken Grenze zwischen Nubien und Ägypten, brachten neben menschlichen Überresten auch Bogenschützenausrüstungen des 6./7. Jhs. n. Chr. zutage. Diese seltenen Funde werden vorgestellt und ihr möglicher Zusammenhang mit der Belagerung von Hisn al-Bab diskutiert.

Neue agonistische Inschriften aus Ephesos beschließen den Band. Vorgestellt werden vier neugefunde Fragmente, die alle in Zusammenhang mit Wettkämpfen oder entsprechenden Feiern stehen.


Verlagsverzeichnis
Herbst 2018