Reihen

DIE NEULATEINISCHE BIBLIOTHEK | Artes Renascentes - Series Germanica

Als Gründungsmitglied des Netzwerkes Artes Renascentes freut sich der Verlag Holzhausen, ab 2017 lateinische Werke aus der Frühen Neuzeit in der neulateinisch-deutschen Editionsreihe "Die neulateinische Bibliothek. Artes Renascentes - Series Germanica" zu veröffentlichen!

"Das Studium und die Verbreitung von Geschichte, Literatur, Denkweise, Wissenschaft und Künsten in der Tradition der griechisch-römischen Antike, des Humanismus und der Renaissance im weitesten Sinne" - dies ist ein wesentliches Ziel der Internationalen Gesellschaft Artes Renascentes (Statuten, Artikel 2).

Gemeinsam mit Hartmut Wulfram, Daniela Mairhofer, Gernot Michael Müller und Florian Schaffenrath hat der Verlag Holzhausen die Reihe «Die neulateinische Bibliothek»
ARTES RENASCENTES - SERIES GERMANICA gegründet.

Alle bereits erschienenen Bände finden Sie hier in unserem Shop!

Herausgeber:

  • Prof. Dr. Hartmut Wulfram (Universität Wien, Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein)
  • Prof. Dr. Daniela Mairhofer (Princeton University, Department of Classics)
  • Prof. Dr. Gernot Michael Müller (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)
  • assoz. Prof. Dr. Florian Schaffenrath (Universität Innsbruck, Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien)

Band 2

Marinus Barletius
De obsidione Scodrensi
Über die Belagerung von Skutari


Herausgegeben, übersetzt und erläutert von Stefan ZATHAMMER

Erhältlich im Shop


Als Mitte Mai 1478 der Vortrab des osmanischen Belagerungsheeres im Umland der nordalbanischen Stadt Skutari auftauchte und man von der Burg Rosafa aus in der Ebene schon die Rauchsäulen aus den  geplünderten Dörfern und Gehöften aufsteigen sah, war dies der Auftakt für ein elf Monate währendes erbittertes Ringen, das zweifelsohne zu den großen Abwehrschlachten der abendländischen Christenheit gegen die Türken gehört. Sultan Mehmed II. war fest entschlossen endlich im Kampf um dieses letzte große venezianische Bollwerk in Albanien, das ihm noch den Weg zur Adriaküste, und damit nach Italien, versperrte, die Entscheidung zu suchen. Unter Aufgebot der besten Truppen, Kriegslisten und der  neuesten Waffentechnologie sollte die Stadt im Sturm genommen werden. Daraus wurde eine sich beinahe ein Jahr lang hinziehende drückende Belagerung, in die beide Seiten alle verfügbaren Kräfte warfen. Der Priester und Humanist Marinus Barletius, der selbst aus Skutari stammte, befand sich während der Belagerung in seiner Heimatstadt. Seine Eindrücke und Erlebnisse brachte er einige Jahre später im venezianischen Exil in einer kleinen historischen Monographie, der „Obsidio Scodrensis“, zu  Papier.


Marinus Barletius (geb. um 1450 in Skutari, gest. nach 1510 in Rom) war ein katholischer Priester und einer der bedeutendsten Vertreter des albanischen Humanismus. Nach der Abtretung seiner Heimatstadt Skutari an die Osmanen 1479 übersiedelte er nach Venedig, wo er sich dann seiner schrifstellerischen Tätigkeit widmete. Er hinterließ drei historiographische Werke: „De obsidioni Scodrensi“ (Venedig 1504), „Historia de vita et gestis Scanderbegi“ (Rom ca. 1510), „Compendium vitarum pontificum et  imperatorum“ (posthum ca. 1550).

Band 3

Johannes Freinsheim
Supplementa in Q. Curtium
Supplemente zu Q. Curtius


Herausgegeben, übersetzt und erläutert von Gabriel SIEMONEIT

Erhältlich im Shop


Die „Historiae Alexandri“ des Q. Curtius Rufus sind der einzige Text der römischen Literatur, der sich ausschließlich dem Leben und den Taten Alexanders des Großen widmet. Von den ursprünglich zehn Büchern sind jedoch nur knapp acht erhalten. Die Gelehrten der Frühen Neuzeit reagierten auf solche Verluste gerne mit literarischen Supplementen, die sich stilistisch und inhaltlich am Erhaltenen anlehnten und die (tatsächlichen oder vermeintlichen) Leerstellen schlossen. Auch die „Historiae Alexandri“ wurden mehrfach in diesem Sinne ergänzt, am erfolgreichsten von Johannes Freinsheim, dessen „Supplementa in Q. Curtium“ 1640 in Straßburg erschienen. Zeitgenössisches Historiographieverständnis aufgreifend, verstehen sie sich u.a. als Anleitung zum Gelingen monarchischer Herrschaft. Alexander der Große dient hierbei als Vehikel für die Darstellung der praktischen Aspekte fürstlicher Machtausübung in Kriegs- und Friedenszeiten. Die Edition enthält auch Freinsheims ausführliche Quellenangaben und betont dadurch den historiographisch-wissenschaftlichen Charakter des Werkes.


Johannes Freinsheim (geb. 1608 in Ulm, gest. 1660 in Heidelberg) war Philologe im tacitistisch geprägten Straßburger Kreis um Matthias Bernegger. Die gemeinsame historisch-politische Forschung brachte unter anderem Editionen kaiserzeitlicher Historiker und der Politica von Justus Lipsius hervor. Während eines Aufenthaltes am schwedischen Königshof begann Freinsheim außerdem mit dem Verfassen von Supplementen zu Livius.

Band 4

Adam Schröter
Salinarum Vieliciensium descriptio carmine elegiaco (1564)
Die Salzmine von Wieliczka, eine Beschreibung in elegischen Distichen

Herausgegeben, übersetzt und erläutert von Siegmar DÖPP

Erhältlich im Shop


Die Salzmine von Wieliczka, einem Ort in der Nähe von Krakau, gehört seit 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe. In seiner rund siebenhundertjährigen Geschichte hat das Bergwerk, das schließlich eine Tiefe von etwa 300 Metern erreichte, unzählige Besucher angezogen, unter ihnen Johann Wolfgang Goethe im Jahre 1790. In der vorindustriellen Zeit war es ein durchaus gefährliches Unterfangen, sich an einem Seil in die Schächte hinabzulassen und die tief gelegenen Kammern aufzusuchen. Adam Schröter, ein gekrönter Poet des 16. Jahrhunderts, hat dieses Wagnis unternommen und dem Bergwerk im Jahre  1553 ein großes Gedicht in elegischen Distichen gewidmet. Eine überarbeitete und beträchtlich erweiterte Fassung ließ er 1564 folgen; sie ist hier zugrundegelegt. In seinem Gedicht geht Schröter vor allem auf die Kulturgeschichte des Salzes ein, würdigt die zeitgenössischen Verwalter der Saline und berichtet höchst anschaulich über seine wagemutige Fahrt ins Innere der Anlage.


Adam Schröter (geb. um 1525 wohl in Zittau, gest. um 1572), von dessen Lebenslauf nur wenig bekannt ist, war ein Schlesier, der viele Jahre in Polen zugebracht hat. Sein OEuvre umfasst außer dem Wieliczka-Poem etwa noch ein Gedicht über die Schiffbarmachung der Memel sowie Elegien auf Mäzene und Herrscher, z. B. anlässlich der Hochzeit des polnischen Königs Sigismund II. mit Katharina von  Österreich. Auch mit Übersetzungen von Werken des Arztes Paracelsus (ca. 1493-1541) ins Lateinische ist Schröter hervorgetreten.

Hintergrund:

Am 20. September 2014 wurde in Pisa, Italien, eine internationale wissenschaftliche Gesellschaft für Studien-, Forschungs- und Editionszwecke mit Namen «Artes Renascentes» gegründet. Der Verlag Holzhausen ist eines des Gründungsmitglieder der Gesellschaft und im "Conseil èditorial" vertreten.

Weitere Informationen finden Sie über www.artesrenascentes.eu!